Es ist das klassische Szenario. Sie haben die Idee, Sie haben die Leidenschaft fürs Kochen und Sie haben diesen Traum von Freiheit. Was ist also das Allererste, was Sie tun?
Sie öffnen die Kleinanzeigen. Sie suchen nach einem Oldtimer-Citroën HY oder einem glänzenden Airstream-Anhänger. Sie sehen sich bereits hinter dem Steuer, wie Sie über die Schweizer Strassen fahren.
Stopp.
Wenn Ihr Ziel ist, einen Food Truck in der Schweiz zu eröffnen und davon leben zu können, ist der Kauf des Fahrzeugs an erster Stelle statistisch gesehen die Entscheidung, die am ehesten zum Scheitern führt.
Es ist ein Fehler, der durchschnittlich 45'000 CHF bindet (der beobachtete Marktpreis für ein voll ausgestattetes, normgerechtes Fahrzeug), genau dann, wenn Ihre Liquidität lebenswichtig ist.
Hier erfahren Sie, warum Ihre Obsession mit dem "Truck" Ihr Geschäft tötet, und in welcher genauen Reihenfolge Sie vorgehen sollten.
1. Das "Shiny Object"-Syndrom (vs. die Realität vor Ort)
Der Kauf des Trucks ist beruhigend. Es ist etwas Konkretes. Sobald Sie die Schlüssel haben, fühlen Sie sich wie ein Unternehmer. Aber in Wirklichkeit sind Sie nur der Besitzer eines teuren Nutzfahrzeugs.
Das Problem? Ein Lastwagen generiert nicht magisch Kunden.
In der Schweiz sind die Vorschriften für den reisenden Handel streng. Wenn Sie einen 7 Meter langen Truck kaufen, nur um später festzustellen, dass die profitabelsten Plätze in Ihrer Stadt (Märkte, Festivals, private Plätze) nur Fahrzeuge bis zu 5 Metern akzeptieren... haben Sie verloren.
Sie haben ein grossartiges Werkzeug, aber es ist dort unbrauchbar, wo das Geld liegt.
2. Die Falle der kantonalen Hygienevorschriften (Kantonales Labor)
Einen Food Truck in der Schweiz zu eröffnen, bedeutet, durch ein administratives Labyrinth zu navigieren. Obwohl das Lebensmittelgesetz eidgenössisch ist, wird seine Anwendung von den kantonalen Laboratorien kontrolliert.
Stellen Sie sich vor: Sie kaufen einen importierten Gebrauchtwagen. "Ein super Deal", denken Sie. Sie kommen zur obligatorischen Kontrolle. Urteil:
- Der Edelstahl ist nicht normgerecht.
- Das autonome Warmwassersystem ist unzureichend (einfache Kanister werden oft abgelehnt).
- Die Kühlkette ist für Sommertemperaturen nicht gewährleistet.
Resultat? Sie müssen 10'000 bis 15'000 CHF in Renovierungen (elektrische Konformität NIV, Sanitär, Oberflächen) in einen Truck reinvestieren, den Sie gerade erst gekauft haben. Ihr "super Deal" wird zum finanziellen Fass ohne Boden.
3. Die Marktvalidierung ("Testen" vor "Cash")
Unternehmer, die in diesem Geschäft erfolgreich sind, haben eines verstanden: Man baut kein Geschäft um einen Truck herum, man baut einen Truck um ein Geschäft herum.
Bevor Sie ein Leasing unterschreiben oder Ihr Sparkonto leeren, müssen Sie Ihr Konzept validieren. Haben Sie Ihr Produkt schon einmal von Fremden (nicht Ihrer Familie) probieren lassen? Sind sie bereit, 18 CHF dafür zu bezahlen?
Der intelligente Ansatz, um einen Food Truck in der Schweiz zu eröffnen, sieht eher so aus:
- Das Konzept: Definieren Sie Ihr Angebot und Ihren idealen Kunden.
- Der Verkauf: Finden Sie private Events oder Unternehmen, die an Ihrem Catering interessiert sind.
- Die Miete/Lean-Ansatz: Mieten Sie Ausrüstung oder beginnen Sie für Ihre ersten Events unter einem Zelt.
- Der Kauf: Sobald Sie Cashflow und unterschriebene Verträge haben, kaufen Sie den Truck, der exakt Ihren tatsächlichen Bedürfnissen entspricht.
4. Die Alternative: Fokus auf Privatcatering (B2B)
Hier irrt sich die Mehrheit. Der Strassenverkauf (reines Street Food) ist hart: unvorhersehbares Wetter, eilige Passanten, teure Standplätze.
Die wahre Rentabilität liegt im Privatcatering (Hochzeiten, Geburtstage, Firmenessen). Das ist der Kern des Modells, das wir bei Mobile-food.ch vertreten.
Wenn Sie einen alten "stylischen" Truck kaufen, der am Tag einer Hochzeit für 100 Gäste auf der Autobahn eine Panne hat, ist Ihr Ruf zerstört. Im B2B-Bereich zählt Zuverlässigkeit mehr als Aussehen. Wenn Sie zu früh kaufen, riskieren Sie, "Style" über "betriebliche Zuverlässigkeit" zu stellen.
Fazit: Behalten Sie Ihr Geld für das Marketing
45'000 CHF sind ein kolossales Marketingbudget. Es reicht, um eine perfekte Website, professionelle Fotos Ihrer Gerichte und Monate gezielter Werbung zu bezahlen, um Ihr Auftragsbuch zu füllen.
Seien Sie kein "Truck-Besitzer". Seien Sie ein Unternehmer für mobile Gastronomie.
Möchten Sie Ihr Konzept testen, bevor Sie starten? Registrieren Sie sich auf Mobile-food.ch. Wir verbinden Eventorganisatoren mit den besten Food Trucks der Schweiz. Das ist der beste Weg zu sehen, ob Ihr Angebot ankommt, ohne Ihre Ersparnisse zu riskieren.